• Sorry, er hieß Adolf, ja.

    Es geht doch darum, die Fußballregeln einzuhalten. Da helfen eben ein Chip im Ball oder computerbasierte Fehleranalysen, niemand will je wieder ein Wembley erleben müssen.

    Aber ja, ich gebe zu, viele Diskussionen oder bizarre Geschichten passieren dadurch nicht mehr. Es werden trotzdem neue Geschichten entstehen, die erzählt werden.

  • Die Abseitsregel ist entstanden, als man die 100 Meter noch in Minuten mit den Fingern gestoppt hat. Sie ist eine der Regeln, die den Fußball besonders interessant machen. Diese Mikrometer-Entscheidungen eines Nerds am Computer waren sicher nicht damit gemeint. Der Zwang, Fehlentscheidungen der Schiedsrichter zu minimieren, macht den Fußball nicht interessanter, sondern langweilig. Man stelle sich vor, irgendwer kommt daher und ändert die Schach-Regeln, weil die Spiele zu lange dauern oder zu viele Unentschieden raus kommen. Vielleicht wäre es ja besser, dass jeder Spieler drei Züge nacheinander machen kann, bevor der Gegner wieder dran ist.

    Im Übrigen lebt der Fußball gerade auch von solchen Dingen, wie dem Wembley-Tor. Darüber diskutiert man noch Jahrzehnte später. Nähme ich gern in Kauf.

  • auch wenn es der fortschritt ist, bin ich noch lange nicht für nacktscanner. man kann auch immer unter dem deckmantel des fortschritts blindlings ins verderben rennen, solange es den menschlichen kopp gibt, darf der gern noch funktionieren und mitdenken...

    ...fussball und VAR passt nicht, es sei denn man steht auf eSport

  • Es ist natürlich viel besser, schwarz-weiß-Entscheidungen wie Abseits wieder den Menschen zu überlassen und mehr diskussionswürdige Schiedsrichterentscheidungen zu schaffen. Dafür gehen wir schließlich ins Stadion und nicht, um den Sport zu verfolgen.

  • Ich bleibe dabei - ersetzt die Linie durch einen Bereich, eine Zone - in der der Angreifer sich aufhalten darf. Legt die Größe so fest, dass wie früher eine gleiche Höhe möglich ist mit entsprechend Kulanz. Meinetwegen macht die Linie also 300mm breit.

    Alles was innerhalb dieser Zone erfasst wird ist kein Abseits.

    Damit wären 90% aller strittigen Entscheidungen vom Tisch - elektronisch.

    Die verbleibenden 10% sind dann die Zehenspitzen über die 300mm hinaus - und hier muss dann digital gelten - Abseits.

    Alle wären bedient.

    Grundvorraussetzung ist dass die Entscheidung abseits oder nicht innerhalb von 10 Sekunden zu fallen hat.

  • Der Zwang, Fehlentscheidungen der Schiedsrichter zu minimieren, macht den Fußball nicht interessanter, sondern langweilig.

    Redet da ein Fan oder ein Sportler, gehts um Bespaßung oder Leistung? Ein Sportler quält sich doch nicht 10 Monate im Jahr, in seiner Jugend und 10-15 Jahre in seiner Karriere, um wegen einer Fehlentscheidung am Biertisch zu laden. Frag mal Toni Kroos, wie sehr der mit dem Handspiel von Spanien 2024 hadert. Es geht da natürlich nicht um eine enge Entscheidung, sondern überhaupt, um die Nutzung der Technik.

    Die Abseitsregel ist entstanden, als man die 100 Meter noch in Minuten mit den Fingern gestoppt hat.

    Ja, der Fußball entwickelt sich weiter, oder glaubst du, den Standfußball der 70ziger Jahre wollen noch Millionen sehen? Jetzt sind wir beim VAR angekommen (klar gibt es da Verbesserungspotenzial) und jeder weiß, die Entwicklung der Regeln wird weitergehen.


    Man stelle sich vor, irgendwer kommt daher und ändert die Schach-Regeln, weil die Spiele zu lange dauern oder zu viele Unentschieden raus kommen. Vielleicht wäre es ja besser, dass jeder Spieler drei Züge nacheinander machen kann, bevor der Gegner wieder dran ist.

    M. Carlsen hat genau aus diesem Grund den Verzicht auf die WM Titelverteidigung mitgeteilt. Er spielt jetzt Blitzschach. Die Züge der Spieler sind so vorausschauend geworden und man prägt sich im Kopf dann die entsprechendenen Gegenmaßnahmen ein. Kurzum, es fehlt an Herausforderungen.

  • Es ist natürlich viel besser, schwarz-weiß-Entscheidungen wie Abseits wieder den Menschen zu überlassen und mehr diskussionswürdige Schiedsrichterentscheidungen zu schaffen. Dafür gehen wir schließlich ins Stadion und nicht, um den Sport zu verfolgen.

    als fan einer fahrstuhlmannschaft zwischen den digitalen welten kann ich nicht bestätigen, dass es im letzten jahr in liga 3 mehr diskussionswürdige entscheidungen ohne dem vermeintlich faireren VAR gab. neenee, da dürfen schiedsrichter noch schiedsrichter sein...

  • Im Elektromobil Thread feiert man den technischen Fortschritt und hier wünscht man sich die Fußballromantik eines Alfred Prokop zurück. Abseits ist Abseits, ein Computer kann das besser einschätzen. Fakt. Überall nutzt man präzise techn. Geräte, aber bei der heiligen Kuh Fußball - muss man einfach nicht verstehen.

    Es gibt einen elementaren Unterschied zwischen Innovation und Fortschritt. Jeder Fortschritt entsteht aus einer Innovation, aber nicht jede Innovation ist automatisch ein Fortschritt. Chips in Bällen, halbautomatisierte Linien sind zweifelsohne Innovationen. Ob sie aber auch ein Fortschritt im Sinne des Spiels sind? Und ja, vielleicht können Computer manches besser einschätzen, aber eben längst nicht alles und definitiv.

    Und was nehmen wir für diese Innovationen und vermeintlichen Fortschritte in Kauf? Nicht nur, dass man sich bei einem Tor nur noch mit angezogener Handbremse freuen kann. Sondern vielmehr, dass Spiele durch die teils minutenlangen Unterbrechungen einen komplett anderen Verlauf nehmen, als sie ohne diese langen Unterbrechungen genommen hätten. Einer Mannschaft, die gerade eine Drangphase hat, drauf und dran ist ein Tor zu erzielen, kann durch so eine Unterbrechung komplett das Momentum genommen werden. Das ist wie ein Time-Out, das in anderen Sportarten von Trainern als taktisches Mittel eingesetzt wird, um der eigenen Mannschaft Luft zu verschaffen. Und so könnte man die Liste der Nachteile, die dem Fußball durch den VAR entstehen, fortsetzen. Für mich klarer Fall von Innovation, aber kein Fortschritt.

    Das einzige, womit ich leben kann, ist die Torlinientechnik. Die zeigt dem Schiri innerhalb von drei Sekunden an ob Tor oder nicht. Alles andere muss wieder weg.

  • Und was nehmen wir für diese Innovationen und vermeintlichen Fortschritte in Kauf? Nicht nur, dass man sich bei einem Tor nur noch mit angezogener Handbremse freuen kann. Sondern vielmehr, dass Spiele durch die teils minutenlangen Unterbrechungen einen komplett anderen Verlauf nehmen, als sie ohne diese langen Unterbrechungen genommen hätten.

    Und so könnte man die Liste der Nachteile, die dem Fußball durch den VAR entstehen, fortsetzen.

    Das ist ja auch unbestritten. Es muss im der Hinsicht dringend nachgebessert werden.

    Die Entscheidungen müssen schneller gefällt werden und der VAR muss auch unabhängig bei Fehlentscheidungen eingreifen. Ob der Schiri auf dem Feld, in der Form, noch notwenig sein wird, ist auch ein Thema.

  • virenschleuder ist einer von der kategorie: wir schaffen uns ab. ein perfekter regisseur für untergangs- und scifi-filme

    so bekloppt sind nicht mal die amis beim hockey und football

  • Dann lass uns gleich auch noch die Spieler abschaffen und Computer gegeneinander spielen.

    Sollten die Spieler im Vordegrund stehen oder der Schiri/Spielleiter? Ich habe mal gelernt, der beste Schiri ist der, dessen Entscheidungen klar nachvollziehbar sind und dieser nicht omnipräsent im Spiel ist. Das Spiel ist sehr schnell geworden und wenn dadurch eine Maschine "bessere" Entscheidungen treffen kann, why not?

  • Und du findest nicht, dass ein Computer-Schiedsrichter, der fünf Minuten benötigt, um zu erkennen, ob der Angreifer 5 Millimeter im Abseits stand oder nicht, omnipräsent ist?

    Ich begreife einfach diesen Optimierungswahn nicht. Spieler machen auch Fehler, auch spielentscheidende. Wollen wir diese Fehler auch wegoptimieren, wenn wir mit den Schiris fertig sind? Menschen machen nun mal Fehler, so what. Fußball ist doch aus dem Grund so beliebt, weil er so einfach und nachvollziehbar ist (war).

  • Und du findest nicht, dass ein Computer-Schiedsrichter, der fünf Minuten benötigt, um zu erkennen, ob der Angreifer 5 Millimeter im Abseits stand oder nicht, omnipräsent ist?

    Du hast da recht. Ich finde diese Zeitdifferenz ebenfalls, mit Verlaub, Kacke und zwar so richtig. Ich empfinde/betrachte es aber als Entwicklung. Hoffentlich!, denn ewig brauche ich das ebenfalls nicht.

  • Ein Sportler quält sich doch nicht 10 Monate im Jahr, in seiner Jugend und 10-15 Jahre in seiner Karriere, um wegen einer Fehlentscheidung am Biertisch zu laden. Frag mal Toni Kroos, wie sehr der mit dem Handspiel von Spanien 2024 hadert.

    Und jetzt frag mal noch den Marc Cucurella, der sich genauso lange gequält hat, wie er es gefunden hätte, wenn der VAR sein Handspiel geahndet hätte. Dann wäre er der gewesen, der am Biertisch weniger Spaß gehabt hätte. Zumal genau diese Entscheidung ja nun nicht gerade für den Fortschritt durch den VAR stehen kann. Kroos hadert halt TROTZ moderner Technik und Verschlimmbesserung der Regeln.

    Dafür gehen wir schließlich ins Stadion und nicht, um den Sport zu verfolgen.

    Nuja, man verfolgt halt immer weniger den Sport. Mehr und mehr Zeit geht mit Warten auf den Sport drauf, weil sich VAR und Schiedsrichter nicht einig werden können.

    Früher hat man gesagt, "Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift". Heute fragt man eher, welcher der Schiedsrichter nun was gesehen hat und wann die Entscheidung endlich fällt. Ob das nun besser ist, wage ich zu bezweifeln.

  • Und jetzt frag mal noch den Marc Cucurella, der sich genauso lange gequält hat, wie er es gefunden hätte, wenn der VAR sein Handspiel geahndet hätte. Dann wäre er der gewesen, der am Biertisch weniger Spaß gehabt hätte. Zumal genau diese Entscheidung ja nun nicht gerade für den Fortschritt durch den VAR stehen kann. Kroos hadert halt TROTZ moderner Technik und Verschlimmbesserung der Regeln.

    Hannu, Bitte, das war eine astreine Fehlentscheidung (das hat man im Nachgang festgestellt) des Schiedsrichters bei dieser kein technischer VAR, warum auch immer, eingesetzt wurde. Der Mensch vor dem Computer sah kein Regelverstoß. Kroos hadert, weil die Technik nicht angewandt wurde.

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